Qualität bedeutet für uns auch, offen zu sprechen — gerade dann, wenn etwas nicht rund lief. Über einen zurückliegenden Produkttest haben wir lange geschwiegen, weil er uns belastet hat. Heute möchten wir ihn einordnen: was geschah, wie es dazu kam und welche Konsequenzen wir daraus gezogen haben. Wir schreiben das nicht, um einen Test kleinzureden, sondern weil wir finden, dass Sie als Kundin oder Kunde ein Recht auf das vollständige Bild haben.
Was 2022 geschah
Im Jahr 2022 bewertete die Stiftung Warentest im Rahmen eines Olivenöl-Tests eines unserer Produkte mit „mangelhaft". Kritisiert wurden zwei Punkte: eine sensorische Beanstandung (das Öl wurde als ranzig eingestuft) sowie ein festgestellter Gehalt an Mineralölbestandteilen. Wir nehmen dieses Ergebnis ernst — und halten es zugleich für wichtig, es einzuordnen.
Getestet wurde ein einzelner Artikel. Ein Testergebnis zu einem einzelnen Los sagt nichts über die Gesamtheit unserer Öle aus, die aus unterschiedlichen Ernten, Regionen und Chargen stammen. Und: Das geprüfte Produkt war zu jeder Zeit verkehrsfähig.
Wie es dazu kam — die Einordnung
Zwei Umstände gehören zur ehrlichen Einordnung:
Zum Thema Sensorik/Ranzigkeit: Ranzigkeit ist ein Alterungs- und Oxidationsphänomen — sie nimmt mit der Zeit zu. Der geprüfte Artikel befand sich bereits am Ende seines Mindesthaltbarkeitszeitraums, während eine frischere Charge längst im Umlauf war, die in der Prüfung nicht berücksichtigt wurde.
Zum Thema Mineralöl: Solche Bestandteile gelangen nicht durch die Olive selbst ins Öl, sondern durch Kontakt in der Verarbeitungs- und Lieferkette. Genau hier haben wir angesetzt — dazu unten mehr. Erschwerend kam der Zeitpunkt hinzu: Die Prüfung fiel in die Hochphase der Corona-Pandemie. Reisen und Vor-Ort-Kontrollen bei Erzeugern waren nur eingeschränkt möglich, während die Nachfrage gleichzeitig außergewöhnlich hoch war. Das machte die durchgängige Kontrolle der Lieferkette in dieser Zeit erheblich schwieriger.
Zur Vollständigkeit gehört auch: Die Bewertungsmaßstäbe von Prüforganisationen beruhen teils auf gesetzlichen Vorgaben, teils auf eigenen, vorab nicht veröffentlichten Kriterien. Wir stellen das nicht in Frage — wir ordnen es ein.
Welche Konsequenzen wir gezogen haben
Ein Testergebnis ist nur so viel wert wie das, was man daraus macht. Wir haben gehandelt:
- Trennung von einem Lieferanten: Den betroffenen Lieferanten haben wir über Jahre nicht mehr beliefert. Erst 2026 — nach vier vorangegangenen Kontrollen — wurde die Zusammenarbeit wieder zugelassen.
- Verschärfte Lieferanten- und Erzeugerkontrolle: Wir haben unsere Partner gezielt für mögliche Kontaminationsrisiken in der Lieferkette sensibilisiert und die Kontrollen ausgeweitet.
- Priorisierung im QS-Prozess: Seit 2020 wird das Thema im Rahmen unseres Qualitätssicherungsprozesses durch unseren IFS-Auditor deutlich priorisiert.
Was seither geprüft wurde
Wir wollen unsere Qualität nicht behaupten, sondern belegbar machen:
- Über 20 Laborberichte seit 2020: Analysen durch ein IOC-akkreditiertes Labor — Multichrom, eines der renommiertesten Lebensmittellabore Griechenlands mit Spezialisierung auf Olivenöl. Sämtliche Werte für Weichmacher und Mineralölbestandteile lagen unter den vom BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren) empfohlenen Orientierungswerten. Gesetzliche Grenzwerte für diese Parameter existierten zum damaligen Zeitpunkt nicht.
- 12 behördliche Stichproben: Seit 2020 entnahmen verschiedene deutsche Lebensmittelaufsichtsbehörden zwölf Stichproben — alle unauffällig.
- 5 Bio-Audits ohne eine einzige Abweichung.
Wo wir heute stehen
Wir haben aus dem Thema viel gelernt — und die Sache seither im Griff. Qualität ist bei einem Naturprodukt wie Olivenöl kein einmaliger Zustand, sondern kontinuierliche Arbeit an Herkunft, Frische und einer sauberen, kontrollierten Lieferkette. Genau dieser Arbeit stellen wir uns jeden Tag. Wenn Sie Fragen zu einer bestimmten Charge, zu Analysen oder zu unserer Qualitätssicherung haben, sprechen Sie uns gern direkt an — wir antworten offen.
Wie hat Corovita beim Stiftung-Warentest-Olivenöltest abgeschnitten?
2022 wurde ein einzelnes Corovita-Produkt im Rahmen eines Olivenöl-Tests der Stiftung Warentest mit „mangelhaft" bewertet — beanstandet wurden eine sensorische Note (ranzig) und ein Gehalt an Mineralölbestandteilen. Das Produkt war zu jeder Zeit verkehrsfähig, und das Ergebnis bezieht sich auf ein einzelnes Los, nicht auf das Gesamtsortiment. Wir haben Konsequenzen gezogen (u. a. die mehrjährige Trennung von einem Lieferanten). Seither verliefen über 20 Laborberichte eines IOC-akkreditierten Labors sowie zwölf behördliche Stichproben unauffällig; die Werte lagen unter den vom BNN empfohlenen Orientierungswerten.
Was habt ihr nach dem Test verändert?
Wir haben uns von einem Lieferanten getrennt (Wiederzulassung erst 2026 nach vier vorangegangenen Kontrollen), unsere Lieferanten- und Erzeugerkontrollen ausgeweitet, das Thema im QS-Prozess über unseren IFS-Auditor priorisiert und Partner gezielt für Kontaminationsrisiken sensibilisiert. Seither verliefen über 20 Laborberichte, zwölf behördliche Stichproben und fünf Bio-Audits unauffällig.
Sagt ein einzelnes Testergebnis etwas über das ganze Sortiment aus?
Nein. Getestet wurde ein einzelner Artikel aus einer bestimmten Charge. Unsere Öle stammen aus unterschiedlichen Ernten, Regionen und Chargen; ein Einzelergebnis lässt sich nicht auf die Gesamtheit übertragen.
Fragen zu unserer Qualität?
Sprechen Sie uns direkt an — zu Analysen, einzelnen Chargen oder unserer Qualitätssicherung. Wir antworten offen und nachvollziehbar.
Kontakt aufnehmenQuellen
- Stiftung Warentest, Olivenöl im Test (Heft 10/2022): test.de